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Amphipoda

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Flüsse gehören zu den reichsten, aber auch am stärksten gefährdeten Lebensräumen der Schweiz (Fischer et al., 2015). Im 19. und 20. Jahrhundert wurden sie vor allem durch organische Verschmutzung und Begradigungen ihrer Ufer beeinträchtigt. Heute stellen vor allem Veränderungen ihrer Morphologie und des Wasserregimes, Mikroverunreinigungen, die Klimaerwärmung und das Auftreten invasiver gebietsfremder Arten die wichtigsten neuen Bedrohungen dar. All diese Veränderungen haben starke Auswirkungen auf die Gemeinschaften der Wasserorganismen. Einige heimische Arten verschwinden und die Funktionsweise der trophischen Kette wird stark beeinträchtigt. Wasserorganismen werden als Indikator für die Gesamtauswirkungen dieser Veränderungen auf das Ökosystem verwendet, unter anderem über den IBCH-Index (Stucki, 2010). Um die laufenden Veränderungen zu dokumentieren und zu verstehen, ist der Erwerb von Wissen über das Vorkommen und die Verteilung der Arten unerlässlich. Zu diesem Zweck wurden in den letzten Jahren Artenlisten, Bestimmungsschlüssel und Verbreitungsatlanten für viele Gruppen von Wasserorganismen, wie z.B. Eintagsfliegen, Libellen und Steinfliegen, veröffentlicht (Sartori & Landolt, 1999; Wildermuth et al., 2005; Lubini et al., 2012).Es fehlten jedoch detaillierte faunistische Daten und ein Bestimmungsschlüssel für die wichtige Gruppe der Amphipoden der Schweiz (Amphipoda: Crustacea). Die Artenvielfalt und die Verbreitung der Amphipoden in der Schweiz waren bislang nur sehr schlecht dokumentiert. Für die Bestimmung und Verbreitung musste man auf ältere Arbeiten zurückgreifen (z. B. Carl, 1923; Chevreux & Fage, 1925; Schellenberg, 1942; Hynes, 1957; Vornatscher, 1965) und/oder auf Arbeiten aus den Nachbarländern (z. B. Pöckl, 1988 Karaman, 1993; Ginet, 1995; Eggers & Martens, 2001; Amann, 2003; Eiseler, 2010; Piscart & Bollache, 2012; Zettler & Zettler, 2017). Dies hat zur Folge, dass die Amphipoden in Studien zur aquatischen Ökologie bis heute meist nur auf Familien- oder Gattungsebene und kaum auf Artniveau betrachtet werden (Stucki, 2010; Koordinationsstelle BDM, 2014; Kunz et al., 2016).

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